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PV und BESS kombinieren: Mehr Wert pro Installation

PV und BESS kombinieren: Mehr Wert pro Installation

Die Kombination aus Photovoltaik (PV) und Batteriespeicher wird in der Schweiz zunehmend zur strategischen Systemlösung – sowohl für Installateure als auch für gewerbliche und industrielle Unternehmen. Während der PV-Markt weiter stark wächst, zeigt sich im Betrieb vieler Anlagen ein klares Bild: Ohne Speicher bleibt ein erheblicher Teil des erzeugten Stroms wirtschaftlich ungenutzt oder führt zu netzseitigen Herausforderungen.

Für Installateure bedeutet PV + BESS höhere Projektwerte und Differenzierung. Für Unternehmen bedeutet es mehr Kontrolle über Energieflüsse, Kosten und zusätzliche Erlösmöglichkeiten.

Eigenverbrauch wird zum zentralen Wirtschaftsfaktor

In der Schweiz ist der Unterschied zwischen Strombezugspreis und Einspeisevergütung in vielen Regionen deutlich. Entsprechend rechnet sich PV primär über den Eigenverbrauch.

Der Eigenverbrauch bei PV-Anlagen ohne Speicher liegt im Durchschnitt bei rund 30 Prozent. Mit Batteriespeicher kann dieser Anteil typischerweise auf etwa 50 Prozent oder - je nach Lastprofil - deutlich darüber steigen.

Das bedeutet konkret:

  • Weniger Strombezug aus dem Netz
  • Geringere Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen
  • Höhere Wertschöpfung aus der bestehenden PV-Investition

Gerade bei C&I Unternehmen mit tageszeitlich variierenden Lastprofilen – etwa Produktion, Detailhandel, Logistik oder Gewerbe – entsteht hier ein messbarer wirtschaftlicher Vorteil.

Lastspitzen als wesentlicher Kostentreiber

Ein zentraler Kostenfaktor für Unternehmen in der Schweiz sind Leistungsspitzen. In vielen Netztarifen werden hohe Leistungsbezüge zusätzlich verrechnet.

Ein Batteriespeicher kann gezielt eingesetzt werden, um:

  • Kurzfristige Lastspitzen abzufangen
  • Den bestehenden Netzanschluss effizienter zu nutzen
  • Investitionen in Netzausbau oder Anschlussverstärkungen zu vermeiden

Mit zunehmender Elektrifizierung (Wärmepumpen, Prozesswärme, EV-Ladeinfrastruktur) gewinnt dieser Aspekt weiter an Bedeutung. Hier entsteht oft der entscheidende Hebel für die Wirtschaftlichkeit eines Speichersystems.

Neue regulatorische Rahmenbedingungen: vZEV und flexible Tarife

Seit 2025 ist in der Schweiz der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) möglich. Damit können mehrere Gebäude über gemeinsame Netzstrukturen hinweg PV-Strom gemeinsam nutzen. Zudem entwickeln sich mit der Weiterentwicklung des StromVG neue Rahmenbedingungen für Flexibilität und netzdienliches Verhalten. Swissolar weist darauf hin, dass ab 2026 zeitlich und örtlich differenzierte Netztarife möglich werden können. Das erhöht den wirtschaftlichen Wert von Flexibilität.

Das bedeutet:

  • Flexibilität wird monetarisierbar.

  • Batteriespeicher sind das zentrale technische Instrument dafür.

  • Für Installateure eröffnen sich dadurch neue Projektmodelle.

  • Für Unternehmen entstehen zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten.

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PV + Energie Speicher

Wirtschaftlichkeit: Kombination mehrerer Effekte

Die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers ergibt sich selten aus einem einzigen Faktor. In der Praxis wirkt die Kombination mehrerer Effekte:

  • Erhöhung des Eigenverbrauchs
  • Reduktion von Lastspitzen
  • Optimierung des Netzanschlusses
  • Vermeidung von Anschlussverstärkungen
  • Nutzung von Marktoptionen

Swissolar nennt als Richtwert für Batteriesysteme aktuell etwa 600 bis 900 CHF pro kWh (inkl. Wechselrichter und Installation, abhängig von Systemgrösse und Integration). Entscheidend ist jedoch nicht der reine Preis pro kWh, sondern die Frage: Wie gut ist das System auf das Lastprofil und die strategischen Ziele des Unternehmens abgestimmt?

Intraday-Handel und Regelenergie: zusätzliche Erlösmöglichkeiten

Neben der klassischen Eigenverbrauchsoptimierung gewinnen Marktmodelle zunehmend an Bedeutung.

Swissgrid betont regelmässig die steigende Bedeutung von Flexibilität für die Netzstabilität in einem Energiesystem mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien.

Batteriespeicher können grundsätzlich:

  • Strom zeitlich verschieben und Preisunterschiede nutzen (Intraday-Optimierung)
  • Positive oder negative Regelenergie bereitstellen
  • Als flexible Ressource in Aggregationsmodellen teilnehmen

Wichtig ist: Diese Erlösmodelle setzen eine saubere technische Integration, geeignete Steuerung (EMS) und klare Betriebsstrategie voraus. Sie sind kein Automatismus, sondern Teil eines strukturierten Gesamtkonzepts.

Was sich für Installateure verändert

Für Installateure bedeutet die Kombination aus PV und BESS:

  • Höherer Projektwert pro Installation
  • Differenzierung im Wettbewerb
  • Einstieg in Service- und Monitoringmodelle
  • Positionierung als Energiepartner statt reiner Anlagenbauer

Technisch erfordert dies:

  • Dimensionierung in kW (Leistung) und kWh (Kapazität)
  • Integration eines geeigneten EMS
  • Sauberes Messkonzept
  • Abstimmung mit Netzbetreiber
  • Klare Betriebslogik

Was sich für C&I Unternehmen verändert

Für Unternehmen verschiebt sich die Perspektive. Energie wird nicht nur bezogen oder produziert, sondern aktiv gesteuert.

Mit PV + Speicher können Unternehmen:

  • Energiekosten gezielt beeinflussen
  • Preisschwankungen besser managen
  • Elektrifizierungsprojekte absichern
  • Nachhaltigkeitsziele unterstützen
  • Zusätzliche Erlösoptionen prüfen

Der Speicher wird damit Teil der Unternehmensstrategie - nicht nur der Gebäudetechnik.

Die Kombination aus PV und Batteriespeicher schafft in der Schweiz messbaren Mehrwert. Für Installateure bedeutet sie grössere Projekte und eine stärkere Marktposition. Für Unternehmen bedeutet sie niedrigere Energiekosten, höhere Versorgungssicherheit und zusätzliche Marktoptionen. Mit wachsender PV-Leistung, zunehmender Elektrifizierung und neuen Tarifmodellen wird Flexibilität zum wirtschaftlichen Faktor. PV produziert Energie. Batteriespeicher machen sie steuerbar.

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