In der Schweiz wird die Energieversorgung zunehmend dezentraler. Erneuerbare Energien wie Photovoltaik wachsen stark, und gleichzeitig steigen Strompreise, politische Vorgaben und Netzanforderungen. In diesem Umfeld werden Batteriespeicher (BESS) für Unternehmen von einem optionalen Zusatz zu einem strategischen Asset.
Batteriespeicher erlauben es, erneuerbare Energieeffizienter zu nutzen, Netzkosten zu senken und neue Erlösmodelle zu erschliessen - inklusive Intraday-Handel und Regelenergie. Dieser Artikel zeigt, warum Speicher für Unternehmen jetzt sinnvoll sind, welche konkreten Vorteile bestehen und wie sich der Einsatz wirtschaftlich rechnet.
Die Schweiz verfolgt mit der Energiestrategie 2050 das Ziel, die Energieversorgung stark auf erneuerbare Quellen auszurichten und unabhängiger von fossilen Energien zu werden. Solaranlagen sind ein zentraler Bestandteil dieser Transformation: der Solarmarkt wächst schnell, mit prognostizierten Wachstumsraten im mittleren zweistelligen Prozentbereich.
Parallel dazu steigen die Anforderungen an die Flexibilität des Stromnetzes. Erneuerbare Energien wie PV führen zu Schwankungen bei Erzeugung und Verbrauch. Batteriespeicher helfen, diese Schwankungen auszugleichen und tragen zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit bei.
Ein Batteriespeicher ist im Kern ein Energiespeicher, der Strom aus erneuerbaren Quellen oder dem Netz speichert und später wieder abgibt. Moderne Systeme nutzen vorrangig Lithium-Ionen-Batterien, weil sie hohe Energiedichten und lange Lebensdauer bieten.
Technisch gesehen sind Batteriespeicher in der Lage:
All dies sind Komponenten eines wirtschaftlich optimierten Energiesystems und nicht nur eines Notstromsystems.
Ein Batteriespeicher ermöglicht es, selbst erzeugten Solarstrom zu speichern statt ihn direkt in das Netz einzuspeisen. Studien zeigen, dass Unternehmen mit Speicher den Eigenverbrauch ihrer PV-Anlage auf bis zu 90 % steigern können, statt grosse Teile einspeisen und später teuer aus dem Netz beziehen zu müssen.
Für Unternehmen bedeutet das:
Viele Unternehmen zahlen erhebliche Gebühren für Lastspitzen (Peak Charges). Batteriespeicher können Lastspitzen glätten: Der Speicher gibt Energie ab, wenn die Leistung im Betrieb hoch ist, und reduziert so die maximale Netzlast.
Praktische Zahlen aus internationalen Studien zeigen 10– 30 % Reduktion der netzbezogenen Kosten, wenn Speicher zur Lastspitzenreduktion eingesetzt werden, ohne den laufenden Betrieb zu verändern.
Schweizer Unternehmen sind teils stark von Strompreisen abhängig, die auf dem Spotmarkt und über kurzfristige Preisentwicklungen schwanken. Batteriespeicher können Strom dann speichern, wenn er günstig ist (z. B. bei hohem PV-Output oder niedrigen Spotpreisen), und dann abgeben, wenn die Preise hoch sind. Diese Form der Intraday-Optimierung reduziert Energiekosten zusätzlich.
Ein oft unterschätzter Vorteil für Unternehmen mit BESS ist die Erlöserzielung über systemdienstliche Märkte. Speicher können als flexible Ressourcen sowohl positive als auch negative Regelenergie liefern, also Strom ins Netz einspeisen, wenn hohe Nachfrage besteht, oder aufnehmen, wenn ein Überschuss an Energie vorhanden ist.
In der Schweiz führt der steigende Anteil erneuerbarer Energie zu einem wachsenden Bedarf an Regelenergie und Flexibilität im Netz. Batteriespeicher können hier mit schnellen Reaktionszeiten Wert schaffen, während klassische Lasten kaum so schnell reagieren können.
Gross-Batteriespeicher werden auch auf Systemebene eingesetzt, um Netzstabilität zu erhöhen, Schwankungen auszugleichen und lokale Engpässe zu entschärfen. Für Unternehmen bedeutet dies höhere Versorgungssicherheit und geringere Risikoexposition gegenüber Netzstörungen.
Für viele Unternehmen in der Schweiz sind Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion strategische Ziele. Batteriespeicher tragen dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien am eigenen Energieverbrauch zu erhöhen, was nicht nur Kosten spart, sondern auch nachhaltige Wertschöpfung zeigt.
In der Schweiz amortisieren sich Batteriespeicher typischerweise über 10-15 Jahre, abhängig von Speichergrösse, Lastprofil, der PV-Anlage und der Nutzung. Förderprogramme und Steueranreize können diese Zeit verkürzen.
Wichtig zu verstehen ist: Die Entscheidung für Speicher ist nicht nur eine Investition in Hardware, sondern eine Finanzstrategie, die:
Gerade in einem Markt mit stark wachsender Photovoltaik wie der Schweiz (Markt im Jahr 2025 ~5,2 GW, mit starkem Wachstum bis 2034 prognostiziert) ist die Integration von BESS ein natürlicher nächster Schritt.
PV ohne Speicher bedeutet oft, dass grosse Teile der erzeugten Energie nicht effizient genutzt werden. Speicher machen PV-Systeme wirtschaftlich leistungsfähiger und erhöhen die Gesamtflexibilität.
Für Unternehmen in der Schweiz macht ein Batteriespeicher jetzt Sinn, weil er:
Die wirtschaftlichen Vorteile eines Batteriespeichers entstehen nicht automatisch durch die Installation der Hardware. Entscheidend sind die richtige Auslegung, die Integration in bestehende Energieflüsse und eine saubere betriebliche Umsetzung.
Unternehmen sollten insbesondere folgende Punkte prüfen:
Angesichts sinkender Kosten von Batteriesystemen, steigender Marktkomplexität und zunehmender Bedeutung von Flexibilität lohnt sich die Prüfung eines BESS für viele Unternehmen mehr denn je.
PowerEdge unterstützt von der ersten Potenzialanalyse über die technische Auslegung bis zur Umsetzung und Inbetriebnahme. Wir helfen bei der Auswahl geeigneter Technologien, koordinieren die Integration mit Installateuren und Netzbetreibern und sorgen dafür, dass der Speicher korrekt in Betrieb geht.
Auch nach der Installation endet die Begleitung nicht. Wir unterstützen bei der Optimierung des Betriebs, bei der Bewertung von Intraday-Handel und Reserve-Märkten sowie bei der Weiterentwicklung des Systems über die Jahre hinweg.
Ein Batteriespeicher ist keine Standardlösung. Mit der richtigen Planung und Begleitung wird er jedoch zu einem wirtschaftlich sinnvollen Bestandteil der Unternehmensstrategie.